Forschungsprojekte

Validität und Reliabilität individualisierter Profile des Kraft-Ausdauer Kontinuums

Im Zuge des autonomen Dissertationsprojekts von Benedikt Mitter, MSc werden am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien das Zusammenspiel von Kraft, Ermüdungswiderstand und Bewegungsgeschwindigkeit im Bankdrücken untersucht. Als zentrale Forschungsfragen werden dabei die Schätzgenauigkeit (Kriteriumsvalidität) und Reliabilität individualisierter Kraft-Ausdauer-Profile behandelt. Auf Basis dieser Forschung sollen neuartige Konzepte der Kraftausdauerdiagnostik auf ihre Einsetzbarkeit im Krafttraining geprüft werden.

Training des intramuskulären Bindegewebes in höherem Alter

Hintergrund

Der Altersgang wird häufig von einer Abnahme an Muskelmasse und Muskelkraft begleitet, wobei der Verlust an Muskelkraft wesentlich größer ist, als jener an Muskelmasse. Ein möglicher Grund für diesen Qualitätsverlust liegt in altersbedingten Veränderungen der Struktur und Zusammensetzung von intramuskulärem Bindegewebe (IMBG), das für die Übertragung der Muskelkraft im Inneren des Muskels verantwortlich ist. Derzeit verwendete Trainingstherapieansätze beinhalten keine spezifischen Reize zur selektiven Anregung des IMBG.

Ziele und Hypothesen

Das Ziel dieses Projekts ist es, das Potential verschiedener Trainingsformen, Zellerneuerung des IMBG in Muskeln der unteren Extremität bei Senioren zu provozieren, zu vergleichen. Wir beabsichtigen, ein neues und innovatives Trainingsprogramm zu entwickeln, das durch die gezielte Stimulation von IMBG bessere Trainingserfolge bei der Behandlung und Prävention von altersbedingter Muskelschwäche erlaubt. Wir erwarten, dass Sprungtraining in Kombination mit Krafttraining größere Kraftzuwächse hervorruft, als konventionelles Krafttraining alleine. Mit dem Studium der Auswirkungen von verschiedenen Trainingsreizen auf das IMBG stellt unser Projekt das erste dar, das den Einfluss von körperlicher Aktivität auf nicht-funktionelles Muskelgewebe untersucht. Hiermit verfolgt unsere Studie auch einen völlig neuen und innovativen Weg zur trainingsgestützten Therapie von altersbedingter Muskelschwäche.

Studiendesign und Methoden

Dieses Projekt wird in 2 Phasen gegliedert. In Phase 1 werden 4 verschiedene Trainingsreize (A: Konventionelles Krafttraining, B: Konventionelles Krafttraining mit manueller Therapie zur Behandlung von Muskelverhärtungen, C: Krafttraining mit ausschließlich nachgebender Muskelarbeit, D: Sprünge) auf ihr Potential, Zellerneuerung des IMBG zu stimulieren, verglichen. Zu diesem Zweck werden nach Abschluss je einer Trainingseinheit Proben aus der belasteten Oberschenkelmuskulatur entnommen und diese auf die Aktivität von Genen, die für den Umbau von IMBG verantwortlich sind, untersucht. Die Untersuchungen in Phase 1 werden an 24 Frauen und Männern im Alter von 62-73 Jahren durchgeführt.

Phase 2 dient der Erprobung eines langfristigen, neuartigen Trainingsprogramms, das basierend auf den Erkenntnissen aus Phase 1 entwickelt wird. Je 28 Studienteilnehmer werden dem IMBG-spezifischen Trainingsprogramm, einem konventionellen Trainingsprogramm oder einer nicht trainierenden Kontrollgruppe zugewiesen. Nach 4 Monaten wird die Effektivität der unterschiedlichen Maßnahmen durch die Untersuchung von Gewebeproben, bildgestützte Untersuchungen (Volumen, Struktur und Dichte von Muskeln) sowie funktionelle Tests (Muskelkraft, Gehgeschwindigkeit, etc.) verglichen.

Steifigkeit des iliotibialen Bands im Läuferknie – eine bildgestützte Untersuchung

Hintergrund

Das iliotibiale Band (ITB)-Syndrom (vulgo Läuferknie) ist durch lateralen Knieschmerz gekennzeichnet und betrifft bis zu 10% der aktiven Läufer. Es wird vermutet, dass die Pathophysiologie mit zu hohem Tonus im ITB zusammenhängt, was zu Reizung und Entzündung darunterliegender Strukturen im Bereich des lateralen Femurkondyls führt. Diese Hypothese ist bislang jedoch noch nicht bestätigt. Die Ultraschall-Scherwellen-Elastographie (USE) ist ein innovatives bildgebendes Verfahren, das die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Ultraschallwellen im Gewebe misst und somit ihre Elastizität bestimmen kann. Erste Pilotstudien demonstrierten die Anwendbarkeit dieser Technik zum Studium des ITB.

Ziele und Hypothesen

Das Projekt verfolgt 3 Ziele: 1. Die Reliabilität von USE zur Messung der mechanischen Eigenschaften des ITB zu bestimmen. 2. Die Steifigkeit des Bands zwischen gesunden und an ITB-Syndrom leidenden Personen zu vergleichen. 3. Die Effektivität eines spezifischen Trainingsprogramms zur Reduktion des ITB-Tonus zu überprüfen. Es werden die Hypothesen geprüft, dass der ITB-Tonus bei Läuferknie-Patienten signifikant erhöht ist und ein 6-wöchiges Trainingsprogramm zu klinischer Verbesserung und Tonus-Reduktion führt.

Studiendesign und Methoden

14 an ITB-Syndrom leidende Patienten (Testgruppe, TG) und 14 gesunde Personen gleichen Alters und Geschlechts (Kontrollgruppe) werden eingeschlossen. Die Diagnose des ITB-Syndroms wird durch klinische Untersuchung und positive Noble-, Ober- und Thomas-Tests gestellt. Das Elastizitätsmodul des ITB und M. tensor fasciae latae wird in zwei Sitzungen gemessen, um die Reliabilität der Technik zu bestimmen und Unterschiede zwischen den Gruppen zu erheben. Die Patienten in der TG-Gruppe werden dann einem 6-wöchigen Trainingsprogramm zugeführt, in dem das ITB gedehnt, die Hüftabduktoren gekräftigt und Verhärtungen im Bindegewebe korrigiert werden sollen. Nachfolgende USE-Messungen dienen der Überprüfung der Effektivität des Trainingsprogramms.