Flow-Erleben in der Bewegungstherapie

28.02.2017

Neue Impulse für die Trainingstherapie bei psychischen Erkrankungen?

Einige Studien weisen darauf hin, dass Sport und Bewegung eine positive Ablenkung von krankheitsorientierten Gedanken und Stressoren fördern kann. Ein möglicher Wirkmechanismus kann dabei das Flow-Erleben darstellen, welches eine vollkommen auf den Moment konzentrierte Tätigkeit beschreibt. Eine aktuelle Studie der Sportpsychologie analysiert den therapeutischen Nutzen von Flow und hinterfragt wie Flow-Erleben in einer Bewegungstherapie gefördert werden kann. Diese Studie findet im Rahmen des Movi Kune Projekts mit Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) statt. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Flow-Erleben bei mehreren TeilnehmerInnen vorkam. Förderliche Faktoren waren dabei ein sicherer Rahmen und das Gefühl der Kontrolle über die Situation. Hinderlich waren negative Aspekte der  Umgebung und der Aufgaben, insbesondere sogenannte Trauma-Trigger, sowie die momentane gesundheitliche und emotionale Verfassung der TeilnehmerInnen. Als therapeutisch bedeutsam zeigten sich besonders die Fokussierung auf die Tätigkeit im "Hier und Jetzt" (entgegen Trauma-Flashbacks und Intrusionen), sowie das Empfinden von Kontrolle, Erfolg und Freude. Zudem zeigte sich, dass insbesondere Sportspiele ein Flow förderten, während körperliches Training in dem Movi Kune Programm eher mit anderen Prozessen (z.B. der Körperwahrnehmung und Achtsamkeit) assoziiert wurde.

Ley, C., Krammer, J., Lippert, D., & Rato Barrio, M. (2017). Exploring flow in sport and exercise therapy with war and torture survivors. Mental Health and Physical Activity, 12, 83–93. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.mhpa.2017.03.002