Leitbild

Die Bewegungs- und Sportdidaktik eine in sich weitgehend konsistente sportwissenschaftliche Disziplin mit hoher Integrationsfunktion von theoretischen Erkenntnissen und empirischen Einsichten zum Thema Lehren, Lernen und Erziehen im und durch Bewegung, Spiel, Tanz und Sport.

Als Fachdidaktik besitzt sie eine hohe Anschlussfähigkeit gegenüber wissenschaftlichen Disziplinen (z.B. Gesundheitswissenschaften, Bildungswissenschaften, Biologie, Psychologie, …). Als sportwissenschaftliche Teildisziplin versteht sie sich als Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens ausgewählter Bewegungs- und Sporthandlungen und fachübergreifender Themen durch differenzierte didaktisch-methodische Anleitungs- und Vermittlungsverfahren. Dabei sind Bewegung, Spiel, Tanz und Sport Gegenstand von Bildung und Erziehung in schulischen und außerschulischen Kontexten. Unterricht in diesen Kontexten ist Ausdruck gelebter Didaktik.

Die Bewegungs- und Sportdidaktik nimmt nicht nur in ihren Aussagen Bezug auf ausdifferenzierte Handlungsfelder im Sport, sondern wird auch kontinuierlich damit konfrontiert, das Verhältnis von Praxis und Theorie ausgewogen zu bestimmen oder in Einklang zu bringen. Dieser Balanceakt zwischen Gegenstand, Disziplin, Theorie auf der einen und Profession, Ausbildung, Praxis auf der anderen Seite spiegelt sich auch in den Strukturen der (Lehramts-) Studiengänge wieder. 

Die Allgemeine Didaktik und speziell die Fachdidaktik "Bewegung und Sport", kann daher als die Berufswissenschaft von Lehrerinnen und Lehrern im Unterrichtsfach "Bewegung und Sport" bezeichnet werden. Auch Schülerinnen und Schüler wenden didaktische Prinzipien an, wenn sie Überlegungen anstellen, wie bestimmte Bewegungshandlungen selbst erlernt werden können (anchored instruction, situiertes Lernen, offener Unterricht). In diesem Verständnis begleitet, modelliert, arrangiert, differenziert und inszeniert Bewegungs- und Sportdidaktik jede Form von "Unterricht".